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Der Niedergang des Stierkampfes

Stierkämpfe in Bilbao bestätigen den Niedergang des Stierkampfes in Spanien. Stierkampfveranstaltungen fanden fast ohne Publikum statt, weniger als die Hälfte der Plätze waren während der vier Messetage besetzt. Ein Besucher – Debakel.

„Der Einzug in Bilbao am vierten Nachmittag in Folge ist ein absoluter Ruin“, erklärte ein Anhänger des Stierkampfs. In den sozialen Netzwerken haben viele User den Ruin der Firma BIVA wegen der geringen Besucherzahlen gefeiert. Die Tierschützer ihrerseits haben sich bei den Einwohnern von Bilbao für ihr Desinteresse an Vorfällen bedankt, bei denen “Tierquälerei” praktiziert wird.

“Stierkampf ist nicht interessant. Es ist eine grausame Antike, die Spanien diskreditiert und die nur dank öffentlicher Gelder aufrechterhalten wird”, sagt Hugo Martínez Abarca, Abgeordneter von Más Madrid. Der Politiker hat den anachronistischen Zustand dieser Tradition hervorgehoben. Eine Situation, die ans Licht gebracht hat, dass die Welt des Stierkampfs ohne Kultursubventionen bankrott gehen würde.

Bilbaos legendärer Platz Vista Alegre (jetzt VIBA) hat seit 2017 Verluste von mehr als einer halben Million Euro angehäuft. Nach Angaben des vom Kulturministerium veröffentlichten Jahrbuchs für Kulturstatistik hat sich die Zahl der in Spanien organisierten Stierkämpfe in den zehn Jahren vor der Pandemie praktisch halbiert.

Nur in den letzten vier Jahren dieses Zeitraums, zwischen 2015 und 2019, ging jeder siebte Zuschauer nicht mehr auf die Plätze. Während Stierkampfarenen sich in immer schlechterem Zustand befinden, haben die Verantwortlichen begonnen die Plätze für kulturelle Veranstaltungen zu nutzen.

Eine Dynamik die sich, wie bereits erwähnt wurde, im Laufe der Jahre nicht geändert hat. Nach wie vor besteht eine Kluft zwischen dieser Art der Veranstaltungen (mit Tieren) und der Moral einer Gesellschaft, die zunehmend gegen die Ausbeutung von Tieren ist.

Bild Quelle: cdm archiv