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Energiesparen durch Urlaub

Bekommen deutsche Rentner 500 € für einen Winter im Ausland?

Die Präsidentin des Verbandes unabhängiger Reisebüros in Deutschland hat den Deutschen vorgeschlagen, Energie zu sparen und dazu beizutragen, die Abhängigkeit des Landes von russischem Gas zu verringern, indem sie Rentnern empfiehlt, den Winter in viel wärmeren Gefilden zu verbringen, beispielsweise in Spanien.

Marina Linnhoff, die Vorsitzende des Verbandes, sagte: „Es ist besser, gegen Putin zu reisen, als wegen Putin zu frieren.“ Deshalb schlägt sie vor, dass die Bundesregierung jedem Rentner 500 Euro zur Verfügung stellt, damit er die kältesten Monate nicht in Deutschland, sondern auf den Kanarischen Inseln oder anderen warmen Orten in Spanien verbringen kann. „Die Idee, den Winter in wärmeren Gefilden zu verbringen, sollte ernst genommen werden, vor allem, weil dadurch Energie gespart wird, die in der Industrie genutzt werden kann“, betonte Linnhoff.

Die Reaktion der deutschen Politiker war sehr unterschiedlich. Einerseits erwägen einige, den Vorschlag zu verwirklichen, während andere ihn rundweg ablehnen.

Zu letzterer Gruppe gehört die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Tourismus, Jana Schimke, die vor den hohen Kosten der Maßnahme warnt. Sie spricht von Kosten in Höhe von rund 10 Milliarden Euro, die die Kosten für den Gasverbrauch nicht ausgleichen würden.

Spanien begrüßt deutsche Touristen

In Spanien hingegen wurde der Vorschlag sehr begrüßt. Nach Angaben von Doris Borrego, der Präsidentin des Kanarischen Verbandes für Ferienvermietung, stiegen die Buchungen für einen Zeitraum von einem bis drei Monaten um 20 %, sobald Linnhoffs Vorschlag bekannt wurde. „Der deutsche Markt ist der zweitwichtigste Markt für die Kanarischen Inseln und einer der treuesten. Die Buchungen für den nächsten Winter haben bereits erheblich zugenommen. Es gibt sogar schon bestätigte Buchungen für den Winter 2024/2025“, sagte Frau Borrego.

Auf Mallorca, einem der beliebtesten Reiseziele der Deutschen, drückt man die Daumen, dass die Maßnahme umgesetzt wird. Maria Gibert, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Habtur Balears, sagte: „Wir haben die Nachricht sehr gut aufgenommen. Im Moment haben wir einen sehr vielversprechenden Sommer vor uns, die Buchungen sind auf einem sehr hohen Niveau, über 85% Auslastung.

Das Problem ist, dass im Winter die Buchungen sehr niedrig sind, die Zahl sinkt auf 20 %.“…..

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Jesús Jiménez, Präsident des Arbeitgeberverbands HoyTú, hofft, dass die südöstliche Provinz Spaniens zu den bevorzugten Reisezielen der deutschen Rentner gehören wird, erklärte jedoch, dass „es schwierig ist, mit Mallorca zu konkurrieren, da dies das bevorzugte Reiseziel der Deutschen ist“. Er wies jedoch darauf hin, dass Murcia „einen Vorteil hat: die durchschnittliche Temperatur und die Anzahl der Sonnentage, die es den Kanarischen Inseln ähnlicher machen“.

Die deutsche Regierung hat sich bisher noch nicht zu diesem Thema geäußert. Angesichts der Befürchtung, kein Gas mehr aus Russland zu erhalten, arbeitet die Regierung jedoch an einem Notfallplan zur Senkung des Verbrauchs in Industrie und Haushalten, zu dem in den kommenden Wochen und Monaten weitere Informationen vorgelegt werden sollen.

Bild Quelle: cdm archiv