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Gesundheitssystem in Madrid steht am Abgrund

Madrids regionales System der primären öffentlichen Gesundheitsversorgung hat Mühe mit einer hohen Zahl von Patienten fertig zu werden. Beobachter warnen vor einem Zusammenbruch.

Der Vater von Enrique Villalobos ist nur ein Beispiel dafür, wie sich das System verschlechtert hat. „Es dauerte neun Monate, bis mein 85-jähriger Vater an der Prostata operiert wurde. Zuvor landete er mehrmals in der Notaufnahme, weil er an der Schwelle zum Tod stand“, sagt Villalobos.

Hunderttausende Demonstranten gingen am vergangenen Sonntag auf die Straßen der spanischen Hauptstadt, um Maßnahmen zur Rettung des Gesundheitssystems zu fordern.

Die öffentliche Gesundheitsversorgung ist ein Grundrecht, das wir haben und das in der Verfassung verankert ist. Es ist aktuell stark dezentralisiert und wird ausschließlich nur von regionalen Regierungen verwaltet.

In Madrid, der reichsten und am dichtesten besiedelten Region mit fast sieben Millionen Einwohnern, betragen die jährlichen Ausgaben pro Einwohner nur 1.491 Euro – die zweitniedrigsten der 17 Regionen Spaniens, so ein Bericht des Gesundheitsministeriums aus dem Jahr 2020.

Ausgebrannt

Als Hausärztin kann ein normaler Tag „mit 40 Terminen beginnen“, aber „man kann am Ende mit 60 oder 70 Patienten rechnen“, sagt die 62-jährige Isabel Vaquez Burgos, die bis dahin in einer geschäftigen Klinik gearbeitet. Sie ist einer der Vertreter der Ärztegewerkschaft Amyts.

Jose Manuel Zapatero, 65, arbeitete 40 Jahre lang als Hausarzt, ist aber gerade in den Ruhestand getreten, erschöpft von den zusätzlichen fünf oder sechs Stunden, die er jeden Tag mehr arbeiten muss, um durchschnittlich 60 Patienten zu behandeln…..

Bild Quelle: thelocal/es

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Ohne dieses Manko, so Zapatero, „hätte er weitergearbeitet“.

Die Situation sei für die Ärzte eine unvorstellbare Belastung….. viele Ärzte werden depressiv, bekommen Angstanfälle und werden letztlich (Dauerstress) krank.

Das nennt man Burnout.“

Andere haben einfach gekündigt und sind ins Ausland oder in andere Regionen Spaniens gezogen, wo mehr für das Gesundheitswesen ausgegeben wird…..Keine guten Aussichten !