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Wie in der "Bronx"

Die Zunahme von Gewaltdelikten löst ein Gefühl der Unsicherheit bei Nachbarn und Kaufleuten aus, die dies zu ihrer Hauptsorge machen.

Barcelona ist keine sichere Stadt, es sieht aus wie die Bronx, man kann keine Uhr tragen, man kann keine Tasche tragen. Das sagt Esther Melero de Castro, die am 7. Dezember 2021 „wiedergeboren“ wurde.

An diesem Tag ging sie spazieren, als ein Dieb auf einem Motorrad auf den Bürgersteig kam und sie überfuhr, um ihre Tasche zu nehmen. Dazu schleifte er sie mehrere Meter mit. Sie verlor das Bewusstsein und als sie es wiedererlangte, erinnerte sie sich an nichts: „Ich blutete am Kopf und konnte mich vor Schmerzen nicht bewegen.“ Sie lag wochenlang im Krankenhaus.

Aber schlimmer sind die Folgen, sowohl physisch – zum Beispiel die Narben oder die vier Operationen an ihrem Schlüsselbein – als auch psychisch: „Ich konnte nicht mehr alleine auf die Straße gehen.

Der Täter konnte bis jetzt nicht festgenommen werden, da das Motorrad gestohlen wurde und er einen Helm trug. Das macht es schwierig ihn einwandfrei zu identifizieren.

Esther ist eines der Opfer, die der Verbrechensstatistik in Barcelona ein Gesicht und eine Stimme geben. Sie ist der Beweis für die Zunahme der Gewalt.

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 registrierte die Stadt 78.173 Straftaten, 40 % mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das entspricht einem Durchschnitt von 434 Straftaten pro Tag. In diesem Sommer stiegen zudem die Gewaltdelikte wie sexueller Missbrauch und schwere Körperverletzung.

Hinzu kommen, das Tragen verbotener Waffen, Widerstand gegen die Polizei, sowie der Besitz und Konsum von Drogen.

 

Bild Quelle: cdm archiv