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Neue Bargeldgrenzen in Spanien

Seit 2021 gilt eine Obergrenze von 1.000 Euro bei Bargeldtransaktionen, an denen mindestens ein Geschäftsmann oder Freiberufler beteiligt ist.

Europäische Zentralbank bezeichnet die Summe in einer aktuellen Stellungnahme als „unverhältnismäßig niedrig“

Bargeldobergrenze in Spanien

Obwohl die Corona-Pandemie zu einer verstärkten Nutzung von Kredit- oder Debitkarten geführt hat, verwenden viele Menschen immer noch gerne Bargeld für ihre Zahlungen. Eine im vergangenen Juli veröffentlichte Umfrage in Spanien ergab, dass 35 Prozent der Befragten im Jahr 2020 in der Regel mit Bargeld bezahlte – ein deutlicher Rückgang gegenüber den fast 80 Prozent im Jahr 2014. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die meisten Menschen, die Bargeld statt Karten verwenden, über 64 Jahre alt oder zwischen 18 und 24 Jahre alt sind.

Viele Menschen wissen nicht, dass es in Spanien gesetzliche Beschränkungen für die Menge an Bargeld gibt, das sie mit sich führen dürfen. Das Gesetz 10/2020 vom 28. April wurde in Kraft gesetzt, um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verhindern, und legt eine Obergrenze von 100.000 Euro für den Aufenthalt in Spanien fest.

Spanien hat eigene nationale Vorschriften
Spanien hat im Rahmen eines Gesetzes zur Prävention von Geldwäsche und der Finanzierung von Terrorismus eigene nationale Vorschriften zur Anmeldepflicht von Barmitteln erlassen. Im Unterschied zur EU-Verordnung sieht das grundsätzlich eine Anmeldepflicht für Barmittel in Höhe von 10.000 Euro oder mehr bei der Ein- und Ausreise nach Spanien vor.

Dabei unterscheidet das spanische Gesetz nicht zwischen EU-Staaten und Drittländern. Anzeigepflichtig sind Bargeld in Form von Banknoten und Münzen, sowie Wertpapiere (z.B. Aktien, Schecks, Wechsel und fällige Zinsscheine), Edelmetalle und Edelsteine.

Gemäß der spanischen Gesetzgebung begeht derjenige, der der obligatorischen Anzeigepflicht nicht nachkommt, eine schwere Ordnungswidrigkeit. Die spanischen Behörden können im Falle eines Verstoßes eine Mindeststrafe von 600 Euro und eine Höchststrafe bis zu dem doppelten Wert der mitgeführten Barmittel festsetzen…..

Bild Quelle: informacion/es

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Obergrenze von 1.000 Euro für Bargeldtransaktionen

Aber das ist noch nicht alles. Seit dem 11. Juli 2021 gilt eine Obergrenze von 1.000 Euro (oder dem Gegenwert in ausländischer Währung) für Bargeldtransaktionen, wenn eine der beteiligten Parteien als Geschäftsmann oder Freiberufler handelt. Vor dem 11. Juli 2021 lag die Obergrenze bei 2.500 Euro. Die neue Regelung ist Teil eines „Antigeldwäsche-Gesetzes“, welches im spanischen Amtsblatt BOE vom 10. Juli 2021 veröffentlicht wurde und mit dem Steuerbetrug verhindert werden soll.

Zur Obergrenze von 1.000 Euro für Bargeldtransaktionen hat die Europäische Zentralbank EZB am 15. März dieses Jahres eine Stellungnahme abgegeben und die in Spanien festgelegte Grenze als „unverhältnismäßig niedrig“ bezeichnet.

In dem Dokument der EZB heißt es, dass der niedrige Betrag die Abwicklung rechtmäßiger Transaktionen mit Bargeld als Zahlungsmittel „erheblich erschwert“ und damit „das Konzept des gesetzlichen Zahlungsmittels, wie es im Vertrag der Europäischen Union verankert ist, gefährdet“.

Die EZB stellt außerdem andere Aspekte der Vorschriften in Frage, wie zum Beispiel die Diskriminierung aufgrund des Wohnsitzes in Spanien. „Die Anwendung einer anderen Regelung auf Zahlungen von Gebietsfremden erscheint nicht gerechtfertigt und stellt eine Diskriminierung von Zahlungen von Gebietsansässigen dar“, so die EZB.