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Wasserbeschränkung in Spanien

Spanien erlebt die trockenste Wetterperiode seit mehr als einem halben Jahrhundert. Die Erschöpfung der Wasserreserven zwingt Regierungen und lokale Behörden dazu, Verbrauchsbeschränkungen zu verhängen.

Die Hälfte der Europäer wird aufgefordert, die Wassernutzung zu überdenken, und fast ein Fünftel ist in Alarmbereitschaft. In Spanien befinden sich Stauseen auf einem der niedrigsten Niveaus aller Zeiten, unter 40 % ihrer Kapazität.

Im Jahr 2021 waren die Stauseen bei 47 % ihrer Kapazität, während der Durchschnitt der letzten 10 Jahre 58,6 % betrug. Das derzeit am stärksten betroffene Becken ist das von Guadalquivir mit nur 24,2 % seiner Kapazität.

Der Ernst der Lage hat sieben Autonome Gemeinschaften gezwungen, restriktive Maßnahmen in Bezug auf den Wasserverbrauch zu ergreifen. Zusammen mit den bisher beschlossenen Maßnahmen sind dies:

Galicien

Die Gemeinden Poio, Sanxenxo, Marín, Bueu und Pontecaldelas haben Fußbäder und Duschen an Stränden geschlossen, das Befüllen von Schwimmbädern, das Waschen von Straßen und Autos verboten und sich verpflichtet, mögliche Wasserlecks im Versorgungsnetz sofort aufzuspüren und umgehend zu stoppen.

Der Stadtrat von Carballo (A Coruña) hat sich mit Augas de Galicia getroffen, um Beschränkungen für den öffentlichen Wasserverbrauch  festzulegen. Die Öffentlichkeit wird aufgefordert die Gemeinde aktiv zu unterstützen.

In Baltar und Boborás haben sie unter Androhung einer Geldstrafe die Verwendung von Wasser zur Bewässerung von Gärten, Obstplantagen und Farmen, zum Füllen von Schwimmbädern, zum Waschen von Autos oder Fahrzeugen aller Art verboten.

Der Stadtrat von Ribadavia (Ourense) war am vergangenen Wochenende gezwungen, die Wasserversorgung zu kürzen, da der städtische Stausee nicht versorgt wurde und die Situation „immer noch kritisch und dramatisch“ ist, was diese Woche zu weiteren nächtlichen Kürzungen führte.

Katalonien

Die Generalitat von Katalonien hat den Wasserverbrauch in 150 Gemeinden auf 200 Liter pro Person und Tag begrenzt. In der Stadt Solsona wird seit einer Woche Wasser per Tankwagen an einen der Stauseen des kommunalen Netzes geliefert. Und in Barcelona soll der Wasserverbrauch im Großraum ab September begrenzt werden.

Andalusien

Andalusien wendet in einigen Provinzen Beschränkungen an und die regionalen Behörden haben die Zentralregierung um ein dringendes Treffen gebeten, um ein Dürredekret mit „einer hohen finanziellen Zuweisung“ zu genehmigen.

In Málaga wenden die Gemeinderäte seit dem 1. August Beschränkungen an. Wie z. B. die Unterbrechung der Wasserversorgung für Duschen an den Stränden von Rincón de la Victoria und Vélez-Málaga…..

Bild Quelle: cdm archiv

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In den letzten Wochen wurden Nachtbeschränkungen aufrechterhalten und Wasser in Tanklastwagen in der Region Antequera verteilt. In Huelva haben 10 Gemeinden in der Region Sierra de Aracena y Picos de Aroche ebenfalls Abend- oder Nachtbeschränkungen ertragen müssen.

In der Sierra de Huelva werden derweil Wassersperren zwischen sieben und 13 Stunden durchgeführt. In La Carlota (Córdoba) ist der Zugang zu Trinkwasser von Mitternacht bis 7 Uhr morgens eingeschränkt.

Extremadura

Der Wassermangel betrifft vor allem die Region Tentudía in Badajoz. In neun Kommunen gibt es eine „dringende Empfehlung“, kein Wasser zur Bewässerung von Gärten oder zum Waschen von Straßen, zum Füllen von Schwimmbädern oder zum Waschen von Autos zu verwenden.

Kastilien und León

In einigen Gemeinden, wie Barruelo de Santullán in Palencia, haben die Gemeinderäte das Befüllen privater Schwimmbäder, das Waschen von Autos und das Gießen von Gärten verboten. In Zamora hat der Provinzrat Zisternen mit Trinkwasser an 20 Gemeinden verteilt.

Navarra

Es gibt Wasserbeschränkungen in kleinen Städten, die mit Wasser aus kleinen Quellen oder Flussoberläufen versorgt werden, wie z. B. Erro, wo der Stadtrat die Bewässerung von Gemüsegärten verboten hat und die Wasserversorgung nachts einschränkt.

Euskadi

Hier finden massive Einschränkungen in bestimmten Gebieten statt, in denen Gemeinden Wasser aus Flüssen und Grundwasserleitern liefern müssen. Gartenbewässerung, das Befüllen privater Schwimmbäder und das Waschen von Autos sind vorerst verboten.

Die kritische Situation hat auch Stadt- und Gemeinderäte dazu gezwungen, die Aussetzung ihrer traditionellen Wasserveranstaltungen zu erwägen, die normalerweise Fiestas im August abrunden.

Es lohnt sich also, auf den einzelnen Rathaus-Websites nachzusehen, ob dies der Fall ist.