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Weniger Touristen - Mehr Geld ?!

Weniger Touristen, die mehr ausgeben: Herausforderung oder Mission Impossible ?

Die Reduzierung der Besucherzahlen und die Verbesserung der Qualität erfordern eine Abflachung der Saisonkurve, eine Verlängerung der durchschnittlichen Verweildauer und die Ansprache eines Touristen-Profils, das mehr Geld ausgibt.

Auf die Frage, ob es möglich sei, die Zahl internationaler Touristen in Spanien zu reduzieren, ohne deren Gesamtausgaben zu verringern, antwortet „Santiago Vallejo“, Vizepräsident des spanischen Tourismusverbandes: „Das wäre mein Wunsch an den Weihnachtsmann!“

Laut dem Nationalen Statistikinstitut (INE) besuchten 2024 93,8 Millionen internationale Touristen Spanien – 10,1 % mehr als 2023 – und gaben 126 Milliarden Euro aus, 16,1 % mehr.

Angesichts dieser Zahlen besteht die Herausforderung darin, ein Gleichgewicht zu finden: die negativen Auswirkungen des Tourismus auf das Land durch weniger Besucher zu reduzieren, ohne die Gewinne eines für die
spanische Wirtschaft essenziellen Sektors zu beeinträchtigen.

„Man kann das Besucheraufkommen reduzieren und gleichzeitig die Einnahmen beibehalten, wenn man drei Bedingungen erfüllt: geringere Saisonalität höhere durchschnittliche Ausgaben pro Tourist und eine längere durchschnittliche Aufenthaltsdauer“, erklärt „Pedro Aznar“, Tourismusmanagement-Experte und Professor an der „Esade“.

Er nennt Amsterdam als Beispiel, wo die Hauptsaison nicht beworben wird. …..

….. Er plädiert dafür, die Saisonalität durch Eventmanagement
abzumildern. „Man veranstaltet z.B. einen Marathon außerhalb der Saison, wobei unter Garantie mindestens rund 400 Läufer mit ihren Familien kommen werden“, schlägt er vor.

In diesem Sinne fordert er, Reisende mit höherem Mehrwert –Geschäftstourismus (MICE), Kulinarik- und Weintourismus über mehr Monate im Jahr zu bewerben bzw. zu fördern.

Als Beispiel nennt er Ibiza, wo Hotels Anreize erhalten, bei Renovierungen weniger, dafür aber qualitativ hochwertigere Zimmer anzubieten. „Hier sprechen wir über Elemente der Tourismuspolitik“, äußert er zum Schluss in einem Interview gegenüber der spanischen Presse.

Bild Quelle: cincodias.elpais-es