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Tempel - Opfer eines gebrochenen Versprechens

Madrid ist verpflichtet, das Versprechen einzuhalten, das es vor mehr als einem halben Jahrhundert gegenüber Ägypten und seinen eigenen Bürgern gegeben hat.

Der Tempel von „Debod“ ist weit mehr als nur ein Postkartenmotiv bezüglich der spanischen Hauptstadt.

Er ist ein lebendiges Geschichtsbuch, ein antiker Tempel, der aus Südägypten als Zeichen des Dankes des ägyptischen Staates an Spanien für dessen Zusammenarbeit im internationalen Kampf zur Rettung von Denkmälern angesichts des Baus des Assuan- Staudamms verlegt wurde.

Diese diplomatische Geste beinhaltete aber auch die Verpflichtung zu seinem Erhalt.

1972 wurde der Tempel versetzt und in das Madrider Stadtbild integriert, um ihn vor dem Verfall zu schützen und so das Vertrauen Ägyptens zu würdigen.

Ein halbes Jahrhundert später leidet er weiterhin unter Vernachlässigung,
ungelösten Debatten und aufgeschobenen Entscheidungen.

Wo einst Engagement herrschte, gibt es heute nur noch Ausreden – Die Stadtverwaltung behauptet, der Tempel sei „in gutem Zustand“ und eine Verhüllung sei „weder notwendig noch ratsam“.

Vandalismus und Graffiti an den Außenwänden des Tempels dauern jedoch an. Der Stein verwittert im Freien, der Umweltverschmutzung, dem Regen und den Temperaturschwankungen ausgesetzt. …..

 

….. Bei Regen dringt zudem ständig Wasser ein, und das
Becken um den Tempel herum ist aufgrund eines immer noch nicht reparierten Lecks seit Jahren ausgetrocknet.

Seine Reliefs sind fast vollständig zerstört, und es wird zunehmend schwieriger zu unterscheiden, was aus Ägypten stammt und was durch Steine ​​aus Salamanca ersetzt wurde. 

Bild Quelle: elplural-es